Dies müssen wir kurz notieren: Das Auswärtige Amt will nun tatsächlich mit dem Bürger über die Anfang des Jahres verkündete Neuorientierung der deutschen Außenpolitik diskutieren. Unter dem Projektnamen Review 2014 soll “ein breiter gesellschaftlicher Diskurs über die deutsche Außenpolitik” angeregt werden.  

"Review2014" (www.review2014.de) heißt denn auch die neue Website des AA, die den Souverän auf den Erkenntnistand seiner beamteten Angestellten bringen soll. Experten aus dem In- und Ausland sollen hier ihre Sicht auf Probleme und Strategien deutscher Außenpolitik darlegen. Man darf getrost annehmen, dass die Auswahl der Texte und Autoren den Präferenzen der deutschen Berufsaußenpolitiker entspricht. Wir tun hier also einen Blick in die geistige Welt des Auswärtigen Amts: Was die Eingeweihten wissen, aber dem Volk bisher nicht zu sagen wagten. Die Texte spiegeln einen Ehrgeiz, der meilenweit hinausgeht über die betuliche Selbstgenügsamkeit der bundesrepublikanischen Tradition. Für den Einstieg empfehlen wir den Text von Kishore Mahbubani, Nationaluniversität Singapur: "Deutschlands Bestimmung: Europa führen, um die Welt zu führen." Kleiner geht's nicht. Wir sind ja schließlich nicht die Schweiz.

Ironie beiseite: Der Mann hat natürlich recht. Und wir sind wirklich nicht die Schweiz. Und wir würden uns wie die Schneekönige freuen, wenn demnächst überall zwischen Alpen und Meer über Außenpolitik diskutiert würde.


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