Wir sind also doch nicht in einer Zeitschleife gefangen – sechs Monate nach der Bundestagswahl gibt es jetzt doch eine neue Regierung; wenn man eine Regierung Merkel IV denn als „neu‟ bezeichnen möchte. Außerhalb Deutschlands war von Stillstand ohnehin nichts zu bemerken – die Zeit rast wohl doch dahin wie eh und je und entfernt uns in demselben atemberaubenden Tempo von den Ursprüngen unserer Erinnerungen wie die Trägerrakete eines Raumschiffs die Astronauten vom Boden ihres Heimatplaneten.

Den leeren Weltenraum der Zukunft vor uns, schauen wir dennoch vom oberen Rand der Stratosphäre noch einmal zurück, um vielleicht zu verstehen, warum wir dort sind, wo wir sind, und in welche Richtung wir uns eigentlich bewegen.

Zwar nehmen wir die Dinge beim Blick aus so großer Entfernung nur noch verschwommen war; aber der Überblick ist grandios.

 

Geschichten und Geschichte
 

Vor 2750 Jahren wurde im Syrisch-Ephraimitischen Krieg um die Vorherrschaft in Syrien und Palästina gekämpft. Der assyrische König Tiglat-Pileser III. wollte seinen Staat zur Vormacht im Nahen Osten machen. Einige kleinere Staaten der Region unter Führung der Reiche Israel und Damaskus versuchten dagegen ein Trutzbündnis aufzubauen, was wiederum dritte Staaten beunruhigte. Das Reich Juda verweigerte sich den Integrationsbemühungen und forderte schließlich die Assyrer zur militärischen Intervention auf. Tiglat-Pileser ließ sich das nicht zweimal sagen, eroberte die gesamte Region und unterwarf Freund wie Feind. Wer wann wie warum mit wem gegen wen konspirierte, koalitionierte, agierte war damals nicht weniger undurchschaubar als heute. Offen sichtbar waren damals wie heute die Ergebnisse: viele Tausend Tote und  Vertriebene. Der Konflikt wurde weder durch Dialog noch durch Völkerrecht beendet, sondern durch das Recht des Stärksten.  (733 vor Christus)

Vor 2500 Jahren starb – nach traditioneller Berechnung –  Siddhartha Gautama, der den Ehrennamen „Buddha‟ trug und die nach ihm benannte Religion des Buddhismus begründete. Der Buddhismus ist eine der großen kulturprägenden Weltanschauungen der Menschheit und in seinen Lehren durch und durch pazifistisch. Wenn in unseren Tagen in Myanmar Menschen muslimischen Glaubens ausgerechnet im Namen des Buddhismus vertrieben und ermordet werden, dann zeigt das nur eines: Jedwede Religion und jedwede Weltanschauung kann dazu benutzt werden, jedwedes Verbrechen rhetorisch zu rechtfertigen – der Islam und das Christentum, der Buddhismus und der Hinduismus, der Sozialismus und der säkulare Humanismus. „Religionskritik‟ kratzt immer nur an der Oberfläche und ist daher eine eher belanglose Übung. Nicht die Religionen sind das Problem, die Menschen sind es. (483 vor Christus)

Vor 2350 Jahren eroberte das Heer des Makedonenkönigs Alexander, den sie den Großen nannten, nach der Schlacht bei Issos Syrien von den Persern. Wie 400 Jahre zuvor Tiglat-Pileser war auch Alexander kein Freund von Dialog und Verhandlungen. Es ist ernüchternd zu sehen, wie brutale kriegerische Gewalt Konflikte oft schneller beendet und nachhaltiger befriedet als Diplomatie und militärische Zurückhaltung. Voraussetzung ist, dass eine Partei sich eine bedeutende militärische Überlegenheit verschaffen kann, und dass sie willens ist, diese auch zu nutzen. Sonst endet man leicht in einem Dreißigjährigen Krieg.  (333 vor Christus)

Vor 2200 Jahren nahm sich Hannibal das Leben, der große Feldherr Karthagos, der im 17-jährigen Kampf gegen Rom mit Elefanten über die Alpen zog, Italien besetzte, die Schlachten gewann und doch den Krieg verlor. Wer einen Krieg beginnt, muss ihn, erstens, auch gewinnen wollen; muss, zweitens, wissen, wie man das macht; und muss, drittens, auch die Mittel dazu haben. Auf Deutschland z.B. trifft derzeit weder das erste noch das zweite noch das dritte zu. Und solange das so bleibt, sollten wir bei allem Gerede über weltpolitische Verantwortung die Kirche im Dorf und die Soldaten in Europa lassen. (183 vor Christus)

Vor 2150 Jahren wurde der römische Volkstribun und Sozialreformer Tiberius Sempronius Gracchus bei politischen Unruhen von seinen Gegnern erschlagen. Der Karrierepolitiker Gracchus hatte sich eine große Landreform zum Nutzen der Armen auf die Fahnen geschrieben. Gestützt auf seine Popularität bei den Massen hatte er sein Projekt unter Inkaufnahme mehrerer Verfassungsbrüche brachial durchzusetzen versucht. Dass er auf seinem Weg in eine andere, sozialere Republik nie ernsthaft versucht hatte, die Wohlhabenden mitzunehmen, wurde ihm zum Verhängnis. Gracchus war im guten wie im bösen Sinne ein Populist. Sein Ziel – mehr Gleichheit – war richtig; sein Weg – Unterminierung der Verfassungsordnung und Ausgrenzung der Besitzenden – war hochgefährlich. Nach seiner Ermordung trieb die römische Republik auf eine Epoche katastrophaler Bürgerkriege zu. (133 vor Christus)

Vor 1750 Jahren wäre das Römische Reich auf dem Höhepunkt der sogenannten Reichskrise des 3. Jahrhunderts beinahe untergegangen. Der Westen des Reiches hatte sich als Imperium Galliarum um die Hauptstadt Köln quasi selbständig gemacht; die nahöstlichen Provinzen des Reichs bildeten ein zweites Sonderreich um die Hauptstadt Palmyra. Gleichzeitig wurden Griechenland und der östliche Balkan vom germanischen Volk der Heruler angegriffen, während die Alamannen einen Kriegszug gegen Italien vorbereiteten. Kaiser Gallienus hastete mit seinem Heer von einem Krisenherd zum anderen. Es war ihm mit Mühe und Not gelungen, die Heruler in einer Feldschlacht zu besiegen, als ein Militärputsch in Mailand ihn zur Rückkehr nach Italien zwang. Hier fiel er einem Mordkomplott zum Opfer. Jetzt stießen die Alamannen nach Italien vor, mitten ins Chaos. Aber das Unwahrscheinliche geschah: Gallienus' Mörder und Nachfolger Claudius fing mit den Truppen, die ihm zu folgen bereit waren, die Angreifer am Gardasee ab und schlug sie in die Flucht. Die römischen Herrschaftseliten entstammten meist dem Militär und handelten im höchsten Maße verantwortungslos. Bürgersinn fand sich nur noch auf regionaler Ebene, etwa in Griechenland, wo die Menschen sich spontan militärisch gegen die Invasoren organisierten.  (268 nach Christus)

Vor 1250 Jahren wurde Karl, später der Große genannt, zusammen mit seinem Bruder Karlmann König der Franken. Nach zweieinhalb Jahrhunderten, die den Spottnamen „Finsteres Mittelalter‟ durchaus nicht zu Unrecht tragen, kehrte mit Karl der Zivilisationsehrgeiz zurück in die europäische Geschichte. Karl wollte kulturell, wirtschaftlich und politisch an die Errungenschaften der Antike anknüpfen und entwickelte einen Regierungsstil, den man modern als „Entwicklung der Gesellschaft durch staatliche Intervention‟ bezeichnen könnte. Seine Politik war missionarisch – sie äußerte sich auch in den endlosen Kriegen gegen die als Heiden und Barbaren wahrgenommenen Sachsen. In Deutschland hat Karl in späteren Jahrhunderten nicht immer eine gute Presse gehabt – vielen war er zu westlich, zu katholisch, zu ungermanisch. Tatsächlich steht er in vielem für diejenigen deutschen Traditionen, die genuin westlich sind – den kulturellen und politischen Universalismus etwa, den Kulturwillen, das imperiale politische Denken. Luther hin, Wagner her – Deutschland war immer ein westliches Land. Karls Frankenreich, das 800 mit Karls Kaiserkrönung zum Kernland des politischen Europa erhoben wurde, war die Voraussetzung sowohl für die Entstehung Deutschlands als auch für die Herausbildung des Abendlandes als kultureller und politischer Idee. Der verdächtig welsch daherkommende Karl war für die Geschichte Deutschlands und Europas sehr viel wichtiger als der deutsche Nationalheld Martin Luther. (768)

Vor 550 Jahren starb Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Er trat die erste einer Reihe von Medienrevolutionen los, die uns zunächst in die Moderne und später geradewegs in die Informationsgesellschaft trieben. Die lawinenartige Verbreitung und Vermehrung des Wissens war Folge dieses technologischen Fortschritts, genauso wie die Etablierung überregionaler Kommunikationsräume, die letztlich die Voraussetzung für die Demokratie wurde. Bei aller Kritik an der Facebookisierung und Vertwitterung der Politik bleibt die moderne Medientechnik doch ein Segen. (1468)

Vor 450 Jahren begann der Achtzigjährige Krieg, der Unabhängigkeitskrieg der Niederländer gegen Spanien, die Supermacht der Frühen Neuzeit. Er brachte den Niederlanden neben der Unabhängigkeit auch den Großmachtstatus.  Spaniens imperiale Eliten versagten vor der Aufgabe, den Niederländern nahezubringen, dass die Zugehörigkeit zum Reich Seiner Katholischen Majestät gut für sie sein könnte. Wer studieren will, wie ein Imperium sich effektiv selbst zu Grunde richtet, findet hier reichlich Anschauungsmaterial.  (1568)

Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg – die größte Katastrophe der deutschen Geschichte. Die Glaubensspaltung hatte jenen Geist des wechselseitigen Grundvertrauens zerstört, dessen es bedurft hätte, um aus dem Heiligen Römischen Reich einen modernen Staat zu machen. So war die politisch vielfach zerklüftete Landschaft des Reichs der ideale Schauplatz für ein großes europäisches Gemetzel, das zugleich Religionskrieg, Bürgerkrieg, Kampf um die Vorherrschaft in Mitteleuropa und Stellvertreterkrieg der europäischen Großmächte war.  Der Krieg kostete Deutschland ein Drittel seiner Einwohner, seine wirtschaftliche Kraft, seine kulturelle Dynamik und 150 Jahre seiner Zukunft. Erst Ende des 18. Jahrhunderts waren die wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe überwunden. Der Krieg ging auf ein eklatantes Integrationsversagen zurück – Deutschlands politische Eliten hätten einen Modus Vivendi für die Konfessionen und politischen Lager im Reich finden müssen. Dass das möglich war, zeigten die Jahre nach dem Krieg, als kluge Verfassungsreformen die alten Konflikte befrieden konnten. Zum Integrationsversagen trat eine erschreckende außenpolitische Blindheit – das leichtfertige Einbeziehen immer weiterer europäischer Mächte als „Verbündete‟ hüben wie drüben, wurde von diesen als Einladung verstanden, ihre Konflikte auf deutschem Boden auszutragen. Eine Situation, die stark an den syrischen Bürgerkrieg von heute erinnert. Aber das nur am Rande. Für Deutschland ist der Dreißigjährige Krieg das Urbild der politischen Katastrophe; in seinen Folgen war er um vieles schlimmer als NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg. Haben wir aus ihm gelernt? Sind wir heute gefeit gegen Integrationsversagen und weltpolitische Naivität? (1618)

Vor 200 Jahren berieten die gekrönten Häupter der europäischen Großmächte auf dem Aachener Kongress über Maßnahmen gegen die demokratischen Bewegungen in ihren Ländern. Nach dem Aufschwung demokratischer Ideen im Gefolge der französischen Revolution, der europaweit zu Reformen und in Deutschland zu ersten Verfassungen in einzelnen Ländern geführt hatte, begann nun der Rollback der Eliten. In Frankreich hielt dies gerade einmal zwölf Jahre bis zur nächsten Revolution von 1830; Russland bewahrt den Geist von Aachen bis heute. (1818)

Ebenfalls vor 200 Jahren wurde Karl Marx geboren, dessen Ideen mehreren Generationen an den Fortschritt glaubender Menschen die Hoffnung gaben, die zivilisationsgefährdende materielle Ungleichheit innerhalb der Gesellschaften ließe sich durch radikale Operationen am offenen Herzen der Volkswirtschaft beseitigen. Es stellte sich heraus, dass man wirtschaftlich-kulturelle Milieus („Klassen‟) nicht einfach aus dem Gesellschaftskörper herausoperieren kann wie Blinddärme. Der praktizierte Marxismus endete in Selbstbetrug und Menschenverachtung. Dennoch bleibt Marx' Ansatz, die Gesellschaft anhand von wissenschaftlich fundierten Konzepten nach Maßgabe humanistischer Werte umzugestalten, so imponierend wie inspirierend. Und Inspiration haben wir wahrhaftig nötig. (1818)

Vor 100 Jahren schlossen Deutschland und Österreich-Ungarn die Friedensverträge von Brest-Litowsk, einen mit Sowjetrussland, einen mit dem gerade gegründeten ukrainischen Nationalstaat. Die Verträge besiegelten die Niederlage Russlands im Ersten Weltkrieg. Sowjetrussland musste auf Finnland, das Baltikum, Polen, Weißrussland, die Ukraine und Transkaukasien verzichten. Die Ukraine wurde zum deutschen Vasallenstaat. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs holte sich Russland, jetzt unter dem Namen Sowjetunion, mit Ausnahme Finnlands und Polens alle verlorenen Gebiete zurück; 1991 gingen sie wieder verloren. Am Anfang all dieser Entwicklungen stand Deutschlands militärischer Sieg im Weltkrieg. Auch künftig wird das Schicksal der Region von der Politik Deutschlands abhängen. Das ist in Deutschland allerdings noch nicht ins allgemeine Bewusstsein gedrungen. (1918)

Ebenfalls vor 100 Jahren fand Deutschland kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs den Weg zur parlamentarischen Demokratie, 70 Jahre nach der Revolution von 1848. Einen Monat vor Kriegsende bildete Max von Baden die erste deutsche Regierung, die sich nicht dem Kaiser, sondern dem Parlament verpflichtet fühlte. Wenige Wochen später fegten meuternde Soldaten in der Novemberrevolution die Reste der Monarchie aus der deutschen Geschichte hinaus. Zwei Tage vor dem Waffenstillstand rief Philipp Scheidemann quasi in privater Initiative die Republik aus. Es hätte so schön sein können. Hätte Deutschland den Krieg anschließend durch ein Wunder doch noch gewonnen, wäre Europa viel Unheil erspart geblieben. (1918)

Aber Deutschland verlor den Krieg, vor 100 Jahren. Der Erste Weltkrieg lässt einen noch heute fassungslos zurück; angesichts der Dummheit, mit der er begonnen, der enthemmten Brutalität, mit der er geführt und erneut der Dummheit, mit der er beendet wurde. Für Deutschland lässt sich sagen: Das schlimmste an diesem Krieg war, ihn nicht verhindert zu haben; das zweitschlimmste, ihn nicht gewonnen zu haben. (1918)

Vor 50 Jahren hoffte die Welt angesichts des Prager Frühlings auf einen Marxismus mit menschlichem Antlitz. Allein das Mutterland des Marxismus-Leninismus, das sowjetisch gewandete Russland, traute der Anziehungskraft der eigenen Ideologie schon lange nicht mehr. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser‟, hatte der in Moskau als Reliquienheiliger ausgestellte Lenin gesagt. Was aber eignet sich besser zur Kontrolle idealistischer junger Menschen als ein Regiment Kampfpanzer! Und so wurden die Blumen des Prager Frühlings von russischen Panzerketten plattgewalzt. Auch 150 Jahre später blieb man in Moskau den Prinzipien des Aachener Kongresses treu. (1968)

Ebenfalls vor 50 Jahren verließen in zahlreichen westlichen Ländern und in Polen junge Menschen die Komfortzone ihres Alltagslebens, um gegen die politische Welt und die gesellschaftlichen Milieus zu protestieren, die die Generation ihrer Eltern für wert befand, der Nachwelt zu überliefern. Es war wohl der, was die geographische Ausdehnung und die inhaltliche Spannweite betrifft, größte Jugendprotest der Weltgeschichte. Bei Kulturkämpfen zwischen den Generationen haben die Jungen immer das bessere Ende für sich: Die Biologie ist auf ihrer Seite. Und so verdankt sich der Erfolg der Achtundsechziger letztlich nicht ihrem Kampfgeist, sondern ihrem Sitzfleisch beim Warten auf Zugang zu den Futtertrögen und ihrer Ausdauer beim Marsch durch die Institutionen. Das schmälert die Bedeutung ihrer Errungenschaften nicht: ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von individueller Freiheit, gesellschaftlicher Gleichheit und internationaler Solidarität. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Das alte Lied, das von jeder Generation neu gesungen sein will. (1968)

 

 

Und heute? Bitte nicht so friedlich !
 

Welche Lieder singen wir heute? Der Melodien, die uns aus der Vergangenheit überliefert wurden, sind so viele. Um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit; um Frieden, Wohlstand und Sicherheit ringen wir auch jetzt wieder – oder nicht? Na ja.  Wer Geschichte betrachtet, begreift, was für eine ernste Angelegenheit der Fortschritt ist. Es sind oft furchtbare Geschichten, aus denen die Geschichte sich zusammensetzt. Und Zweifel sind erlaubt, ob wir dem Ernst unserer eigenen historischen Lage immer gewachsen sind.

Wir rühmen uns in Deutschland ja gerne unserer politischen Vernünftigkeit, unserer Ruhe und unseres Augenmaßes, jedenfalls wenn wir uns mit den Bewohnern anderer Regionen des Planeten vergleichen. Allzu oft aber grenzt unsere Gelassenheit an Gleichgültigkeit, unsere Abgeklärtheit an Faulheit und unsere Friedlichkeit an Feigheit. Kann man zu zufrieden und zu friedlich sein? Ja. Es ist jedenfalls kein Zeichen von zivilisatorischer Klasse, wenn unser Beitrag etwa zur Beendigung des Krieges in Syrien nicht darüber hinausgeht, Menschen vom Fernsehsessel aus abgeklärt und kopfschüttelnd beim Sterben zuzusehen. Vernünftigkeit und Friedensliebe können sich von Tugenden in Laster verwandeln; zuweilen sind Leidenschaft und Kampfgeist wichtiger.
Ja – Deutschland ist zu friedlich.

Wie auch immer. Jetzt jedenfalls sehen wir wieder in den leeren Raum der Zukunft, den wir alle mit Sinn und Verstand zu durchmessen und auszugestalten berufen sind. Vieles wird verwandelt wiederkehren, nichts wird sich wiederholen, einiges wird uns überraschen. Wie eh und je und immer.

 

Thorsten Kleinschmidt, 16. März 2018

 

 

 

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