Christian Wulff ist neuer Bundespräsident. Er steht auf den Schultern von Riesen und Zwergen.

Ein bisschen Geschichtsstatistik:

Wulff ist

  • der 5. Präsident des wiedervereinigten Deutschland
  • der 10. Präsident der Bundesrepublik Deutschland
  • das 13. demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Deutschlands
  • das 73. Staatsoberhaupt Deutschlands seit dem Übergang des fränkischen Reiches ins deutsche Reich 919 (Präsidenten der Altbundesrepublik und Gegenkönige im Ersten Reich mitgezählt, Thronfolger als nominelle „Könige der Deutschen“ nicht mitgezählt)
  • das 80. Staatsoberhaupt der fränkisch-deutschen Staatstradition seit der Teilung des Frankenreiches
  • das 82. Staatsoberhaupt seit Karl dem Großen (einschließlich)
  • das 106. Staatsoberhaupt der fränkisch-deutschen Staatstradition seit der Begründung des Frankenreichs durch Chlodwig

Spaßeshalber könnten wir uns fragen, ob er nicht auch in der Traditionslinie der römischen Kaiser im Westen und Süden Deutschlands steht, sahen sich die germanisch-deutschen Herrscher doch nicht erst seit Karl dem Großen gerne als Nachfahren der Cäsaren.
Nun, dann wäre Christian Wulff das 171. Staatsoberhaupt der, tja, römisch-fränkisch-deutschen Staatstradition. Und der vorerst letzte in einer Reihe, die mit Julius Cäsar beginnt…

Außerdem – wenn ich das richtig sehe – ist er der erste Niedersachse als Staatsoberhaupt seit 873 Jahren. Solange liegt die Herrschaftszeit Lothars von Supplinburg zurück, der von 1125 bis 1137 dem Land seinen Stempel aufzudrücken suchte.

(Diese Zählungen sind ohne Gewähr und, ja, sie sind natürlich höchst anfechtbar...)

 

4 Kommentare

Verschachtelt

  • achtziger  
    Was sagt uns das? Wird Gaius Julius Wulffus jetzt an der Spitze seiner Legionen ausziehen, um - ja was eigentlich - zu erobern? Das sind doch Scheintraditionen. Da fangen wir doch besser gleich bei Adam und Eva an.

    (Dass die Niedersachsen fast 900 Jahre warten mussten, bis wieder mal einer an der Spitze stand, ist natürlich ein Skandal... :-)
  • friese  
    Dass die Niedersachsen fast 900 Jahre warten mussten, bis wieder mal einer an der Spitze stand, ist natürlich ein Skandal...

    Und noch immer ist es kein Friese ! Das ist der eigentliche Skandal... :-)
  • p.schurz  
    Ich finde, die relevanteste Zahl ist die dritte. Wulff ist das 13. demokratisch gewählte Staatsoberhuapt. Man sollte nicht so tun, als wäre man auf all die Tyrannen, die sich Könige oder Kaiser nannten, irgendwie stolz. Gut daß sie weg sind!!

    P.S. Wieso eigentlich das 13. demokratisch gewählte Staatsoberhaupt? Ich komme mit Ebert anfangend auf 12.
  • twk  
    Vor Friedrich Ebert finden wir noch Johann von Österreich, der 1848 von der Frankfurter Nationalversammlung zum Reichsverweser und damit provisorischem Staatsoberhaupt gewählt wurde. Als er erkannte, dass seine Regierung sich gegen die reaktionären Partikulargewalten nicht würde durchsetzen können, trat er 1849 zurück.

    Ein Schicksal so unglücklich wie das der Nationalversammlung selbst - trotzdem dürfen wir Johann als erstes demokratisch legitimiertes deutsches Staatsoberhaupt im Gedächtnis behalten.

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